Unsere Seminargruppe vor einer Kopie des Idstedt-Löwen am Wannsee

23.12.2016
Hans Heinrich Vogt

Berlin ist immer eine Reise wert

Ein Erlebnisbericht von Hans Heinrich Vogt

Die 19te Jahresfahrt der Traditionskameradschaft der Logistiker der ehemaligen Heimatschutzbrigade 51 aus Eutin und Schleswig mit Gästen wurde als Seminar für politische Bildung der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung des Deutschen BundeswehrVerbandes Anfang Juli zum Thema „Bundeshauptstadt Berlin - politische und kulturelle Metropole im Herzen Europas - Sinnbild der deutschen Wiedervereinigung“ durchgeführt. Seminarleiter der KTMS, Hauptmann a.D. Wolfgang Bender, begrüßte uns nach der Anreise und stellte uns das anspruchsvolle Programm, in dem unsere Wünsche Berücksichtigung fanden, für die nächsten Tage vor und wünschte viele positive Eindrücke von Berlin.

Am Dienstag führte unsere erste Exkursion zum Invalidenfriedhof in der Scharnhorststrasse. Hier wurde uns die wechselvolle 260 Jahre alte Geschichte des Ortes mit allen Höhen und Tiefen erläutert. Seit 1990 ist der Friedhof unter Denkmalschutz gestellt. Zweiter Anlaufpunkt war das Ehrenmal der Bundeswehr am Bendlerblock. Ein öffentlich zugänglicher Betonquader von 41 x 8 x 10 Meter. In diesem Ehrenmal wird seit der Einweihung 2009 mit der Inschrift „Den Toten unserer Bundeswehr für Frieden, Recht und Freiheit“ gedacht, allerdings ist diese sehr schlecht zu lesen. Die Namen von über 3100 getöteten Soldaten sind in einem Buch festgehalten und werden im Raum der Stille an die Wand projiziert. Hier wäre eine Sitzgelegenheit angebracht, um in aller Stille zu gedenken.

Im Gegensatz dazu dann der Besuch im „Der Wald der Erinnerung“, einem Ort der Stille mit wiedererrichteten Ehrenhainen aus den Feldlagern der Auslandseinsätze der Bundeswehr. Hier wurde ein Gedenkort geschaffen, der an die Bundeswehrangehörigen erinnert, die im Einsatz gefallen bzw. ums Leben gekommen sind. Die Führung durch Stabsfeldwebel Gärtner, einem erfahrenen Einsatzsoldaten, durch das Areal war sehr beeindruckend und macht betroffen.

Ein anderes Thema des Seminars war die Rückbesinnung auf die jüngste Vergangenheit mit einer individuellen Besichtigung des „Hauses der Wannsee-Konferenz“. Hier wurde im Januar 1942 der Völkermord an den europäischen Juden beschlossen. Das ehemalige Gästehaus der SS ist ein Haus der Täter. In mehreren Themenräumen werden die verschiedenen Tätergruppen ins Blickfeld gerückt. Dokumente, Protokolle und Bilder der Täter, aber auch der Opfer geht auf die Frage des Gewissens ein. Dieses Thema der Deutschen Geschichte fand dann mit dem Besuch im 2010 eröffneten Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ sowie des neu gestalteten Außengeländes seine Fortsetzung. Im Gebäude die Dauerausstellung und im Außenbereich der neu gestaltete Ausstellungsgraben „Berlin von 1933 -1945 zwischen Propaganda und Terror“ der Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt, deren Zentrale an diesem Ort war.

Ein weiterer Themenbereich: Grenzerfahrungen – Alltag der deutschen Teilung, Besichtigung und Führung durch den sogenannten „Tränenpalast“, die Abfertigungshalle für die Ausreise von Ost- nach West-Berlin in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Friedrichstrasse. 1962 errichtet, verliert der Ort mit dem Fall der Mauer seine Funktion. Heute zeigt die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland nun die ständige Ausstellung „Grenzerfahrungen, Alltag der deutschen Teilung“.

Anschließend der nächste Besuch in der Dauerausstellung „Alltag in der DDR“. In der 60-minütigen Führung wurde uns die Kluft zwischen Herrschaftsanspruch des SED-Regimes und der Lebenswirklichkeit der Menschen in der DDR aufgezeichnet. Auch 25 Jahre nach dem Mauerfall hört man immer wieder Einzelheiten, die einem nicht so geläufig waren.

Weitere Anlaufpunkte mit Besichtigung waren das Luftfahrtmuseum Berlin am Flugplatz Gatow. Hier wurden für viele Kameraden Erinnerungen geweckt.

Im Berliner Abgeordnetenhaus erhielten wir einen Überblick über die wechselvolle Geschichte von 1899 bis 1990. Nach der Wiedervereinigung verlegte der Berliner Senat seinen Sitz in den ehemaligen Preußischen Landtag.
Berlin-Kreuzberg vervollständigte unser Programm, bevor wir in der Bundesgeschäftsstelle des Verbandes empfangen wurden. Wolfgang Bender informierte uns über die Aufgaben der KTMS und des DBwV.

Eine Schifffahrt über Spree und Landwehrkanal rundete unser Seminar ab.

Wir bedanken uns bei unserem Seminarleiter Wolfgang Bender für die gute Organisation, Betreuung und hervorragende Begleitung mit sachkundigen Informationen auf den Fahrten durch Berlin.

Mit Rat und Hilfe stets an Ihrer Seite!

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Ihre Ansprechpartner