Kriegsgräberstätte Bergheim

23.12.2016

Europa hautnah - Politische Bildung in Straßburg

Im Rahmen der Politischen Bildung besuchte die Logistische Steuerstelle 4 Sondershausen vom 18. bis 22. Mai 2015 politische Institutionen in der „europäischen Hauptstadt“ Straßburg.

Neben dem Europaparlament standen die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland beim Europarat, Teile der Deutsch-Französischen Brigade sowie verschiedene geschichtsträchtige Orte im Mittelpunkt des Interesses. Ausgangspunkt war die Vorgabe des Leiters der Logistischen Steuerstelle 4 Herr Oberstleutnant Langhoyer, im Jahr 2015 den Schwerpunkt in der politischen Bildung auf die Vertiefung des Verständnisses einer gemeinsamen europäischen Außen-und Sicherheitspolitik zu legen.

Beim Besuch des Europäischen Parlaments hatten wir als erstes die Gelegenheit mit dem MdEP, Herrn Michael Gahler, Themen der europäischen Außen-und Sicherheitspolitik zu diskutieren. Als Mitglied des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament stand uns hier ein mehr als kompetenter Politiker und Kenner der Materie zur Verfügung. Auch eine Besichtigung des riesigen Plenarsaals und Eindrücke aus einer Sitzung waren möglich. Anschließend besuchten wir die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland beim Europarat. Sehr deutlich wurde dabei die Unterschiedlichkeit beider Institutionen, konkret wirksame verbindliche Beschlüsse des Parlaments einerseits und begrenzte Möglichkeiten der Einflussnahme durch den Europarat andererseits.
Wir nutzten die Gelegenheit, Teile der Deutsch-Französischen Brigade in Natura kennenzulernen. Beim Besuch des Jägerbataillon 291 im Quartier Leclerc am französischen Standort in Illkirch-Graffenstaden erfuhren wir aus berufenem Mund die Besonderheiten dieses Bataillons in seiner Ausrüstung und Gliederung sowie in der Rolle in einem multinationalen Truppenkörper.

Natürlich kam auch die Stadt nicht zu kurz. Obwohl das Wetter für die zweite Maihälfte recht kühl war, vermittelte Straßburg dennoch eine quirlige Atmosphäre und ist mehr als sehenswert, ob zu Fuß oder mit dem Ausflugsboot. In der Altstadt befindet sich mit La Petit France ein reizvolles Inselviertel, in dem früher Gerber, Fischer und Müller ansässig waren. Bekannt ist auch das Straßburger Münster, viele Jahrzehnte lang das größte Gebäude der Welt. Enge Gassen, eindrucksvolle Fachwerkhäuser und zahlreiche gastronomische Möglichkeiten laden zum abendlichen Bummeln ein. Straßburg hat in der Geschichte, wie auch das gesamte Elsass, mehrfach zwischen Deutschland und Frankreich die Seite wechseln müssen. Insofern ist die Beschäftigung mit Straßburg auch eine Auseinandersetzung mit europäischer Geschichte, damit beeindruckend für das Zusammenwachsen Europas und lehrreich für die Gestaltung der Zukunft in einem geeinten Europa.

Geschichte bot auch Fort Mutzig. Nach der Angliederung von Elsass-Lothringen an das Deutsche Reich in Folge des deutsch-französischen Krieges 1870/71 wurde zielstrebig der Bau von Befestigungen gegenüber Frankreich vorangetrieben. Fort Mutzig wurde 1893 auf Entscheidung Kaiser Wilhelm II. begonnen zu bauen und war zur Zeit des 1. Weltkrieges Europas größte Festung. Mit einer Flächenausdehnung von 254 Hektar hat sie gigantische Ausmaße und sollte mit dem Festungsgürtel rund um Straßburg eine wichtige Rolle bei der Verriegelung der Rheinebene gegen eine französische Offensive spielen. Einen tieferen Blick in die Vergangenheit konnten wir beim Besuch von Schloss Haut-Koenigsbourg nehmen.

Eindrucksvoll erhebt sich das Schloss hoch oben am Rande der Vogesen gelegen über das Rheintal. Einst als Burg von den Hohenstaufern als Rückzugsposten und als Beobachtungspunkt über die Verkehrswege in der Rheinebene gebaut, wurde sie nach 1919 als Ergebnis des Versailler Vertrages Besitz der Republik Frankreich und staatliches Schloss. Dank der fachkundigen Führung von Herrn Michel Schirck erfuhren wir nicht nur Interessantes über den Bau der Burg, sondern konnten auch Einiges an Geschichte und Politik in diesem Teil Europas von den Staufern bis zu den Hohenzollern dazulernen.

An diesem Tag stand noch der Besuch der Kriegsgräberstätte Bergheim auf dem Programm. Hier auf dem „Grasberg“ sind überwiegend die bei Kämpfen im Elsass Gefallene des Winters 1944/45 bestattet. Neben 5.308 gefallenen deutschen Soldaten, die in vier Gräberfeldern beigesetzt sind, beherbergt diese Stätte auch zivile Tote, die Opfer von Kriegsgefangenschaft oder Zwangsarbeit wurden. Dieser Ort der Mahnung für Frieden und gegen Krieg und Gewalt sollte uns Allen nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Herzlichen Dank dem Seminarleiter, Herrn Wolfgang Bender, vom Bildungswerk des Deutschen BundeswehrVerbandes, Karl-Theodor-Molinari- Stiftung e.V. für die gelungene und reibungslose Organisation dieser in Erinnerung bleibenden Bildungsreise.

Mit Rat und Hilfe
stets an Ihrer Seite!

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Ihre Ansprechpartner